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MUSIK-PILOT-PROJEKTE in Deutschland
©Projektentwürfe von Eberhard Kloke

 
         
  Beispiel aus Kompendium II
Zukunftsmusik Beethoven - Materialien für einen Zyklus mit und um Beethoven
 
   


Beethoven+++Video: Collage-Bearbeitung-Visionables

Beethovens Musik gilt unbestritten als der programmatische Grundstock des bürgerlichen Musiklebens überhaupt.

Radikalität der musikalischen Aussage, bestürzende Originalität, technische Souveränität und vor allem der qualitative Entwicklungssprung in der Chronologie der Werke haben damalige Hörer erstaunt und verstört zugleich; ein ganzes Jahrhundert stand in Beethovens Bann und versuchte Antworten zu finden auf elementare Fragen zu Werk und Wirkung.

 



  
   

Das symphonische und kammermusikalische Werk an der Schwelle zu einer neuen Epoche ist nicht nur bahnbrechend gewesen in seiner Zeit. Vielmehr bildet es über den kompositorischen Gedanken und das kompositorische Handwerk hinaus Markstein und Wendepunkt in Richtung "moderner" Musik schlechthin.

Heutige musik-öffentliche Auseinandersetzung mit Beethoven konzentriert und beschränkt sich generell auf die Interpretationsmöglichkeiten in der Nutzung der jeweils "aktuellen" aufführungspraktischen Erkenntnisse.

Der Ausnahmestellung Beethovens Rechnung zu tragen wäre jedoch gerade in dem Sinne angebracht, in welchem eine programmatische Brücke zu Thematik und Musik unserer Zeit gespannt wird: eine Brücke auch zu den theatralisch-medialen Möglichkeiten heutigen Interpretierens und Experimentierens. Dabei rücken die über das Werk hinaus weisenden Aspekte der Beethoven-Musik ins Zentrum der Auseinandersetzung und verweisen visionär-kraftvoll ins Jetzt und Heute.
Es erweitert sich somit der Rahmen über die jeweiligen Einzelbedeutung eines Stückes oder Konzertes (Programmes), Projekts oder "Events" hinaus.
Dies hat Konsequenzen für die Interpretationsabsicht, den jeweiligen Interpretationsstil und die Aufführungsästhetik.
Das "WIE" ist also immer die Frage nach dem "WAS" und "WARUM", in Zeiten des Primats von Sekundärkunst, Markt und Mainstream keine Selbstverständlichkeit.

„Kunstwerke schafft man nicht, Kunstwerke entstehen. Der Raum, in dem sie leben können, ist der imaginäre Raum, den die Objekte der Begierde beim Buhlen um ihre eigene Welt um sich herum entstehen lassen. Die Liturgie dieses Rituals ist das, was mit dem Begriff des Spektakulären gemeint ist und vermittelt wird. Ihn wieder zu entdecken ist vermutlich der einzig mögliche Weg, um die Musik unserer Zeit jener Zeit zurückzugeben, die die unsere ist.“ (Alessandro Baricco in Hegels Seele oder die Kühe von Wisconsin)


  
     
  
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